What’s Up Vienna! What’s Up Montréal!
Mit Steve Bates · Martin Brandlmayr · Stephanie Casonguay · Gabriela Gordillo · Michaela Grill · Christof Kurzmann · Mark Molnar · Noid · Sophie Trudeau · Elizabeth A. Vagagic · Sara Zlanabitnig
What’s up Vienna! What’s up Montréal! ist eine kulturübergreifende Veranstaltungsreihe und Multimedia-Festival, das Wien und Montréal als lebendige Zentren experimenteller Musik, Klangkunst, Performance, Film und Video miteinander verbindet. Die Reihe die bereits 2010 zum erstmals durchgeführt wurde, wird von Michaela Grill, Christof Kurzmann und Steve Bates kuratiert und bringt Künstlerinnen aus beiden Städten zusammen, um neue künstlerische Begrifflichkeiten und interdisziplinäre Arbeitsweisen zu erkunden. Im Mittelpunkt stehen grenzüberschreitende künstlerische Begegnungen: Die teilnehmenden Positionen demonstrieren die Vielfalt und Eigenständigkeit ihrer experimentellen Ansätze, indem sie gemeinsam performen, kollaborieren und innovative Formate entwickeln. Projekte und Performances reichen von audiovisuellen Experimente bis hin zu performativen Interventionen, die lokale Szenen sichtbar machen und internationale Vernetzung fördern. Die Reihe bietet den teilnehmenden Künstlerinnen die Möglichkeit, längerfristige Kooperationen zu initiieren und die kreativen Potenziale jenseits etablierter Konventionen auszuloten.
Programm
24. April 2026, 20:00 Uhr
Mark Molnar / Sara Zlanabitnig
Elizabeth Anka Vajagic / Steve Bates / Christof Kurzmann
Steve Bates ist ein Künstler und Musiker, der sich in seiner Arbeit auf Schwellenwerte, Kontaktpunkte und Rückkopplungen konzentriert. Seine Projekte befassen sich mit Themen wie Stacheldraht, Halluzinationen und der „Klang der Hölle“. Bates arbeitet häufig vor Ort und mit dem Radio und hat Werke in Nordamerika, Europa, Chile und Senegal präsentiert. Er ist Mitgründer des Projekts The Dim Coast und hat zahlreiche Performances und Ausstellungen realisiert.
Martin Brandlmayr, geboren 1971 in Bad Ischl, ist ein Schlagzeuger, der an der Schnittstelle von Improvisation und Komposition arbeitet. Er ist für seinen experimentellen Stil bekannt, der akustische und elektronische Elemente verbindet. Brandlmayr ist Mitglied der Bands Polwechsel, Trapist und Radian. Er hat international mit Künstlern wie David Sylvian und Christian Fennesz gearbeitet und wurde 2018 mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet.
Stephanie Castonguay ist eine autodidaktische Künstlerin aus Montreal, die sich durch ihre Experimentierfreude in der Kunst auszeichnet. Sie erschafft ihre Werke, indem sie DIY- Instrumente verwendet und weiterentwickelt, um Klang und Schaltkreise zu erforschen. Castonguay nutzt vintage Maschinen, um deren Resonanzen und unvorhersehbare Klänge hörbar zu machen. Ihre Werke wurden auf zahlreichen internationalen Festivals präsentiert, darunter LAB30 (DE), MUTEK (CA, PE), und das Athens Digital Arts Festival (GR). Sie leitet auch Workshops in verschiedenen Ländern und ist Mitglied des Kollektivs Technologies of Consciousness.
Gabriela Gordillo ist eine visuelle Künstlerin, Kulturvermittlerin und Produzentin. Sie lebt seit 2015 in Österreich und hat einen Bachelor in Visueller Kommunikation sowie einen Master in Interface Cultures. Ihr künstlerischer Fokus liegt auf Zeit, Erinnerung und Archiv, wobei sie Medientechnologien und Klangpraktiken einsetzt. Gordillo hat mit zahlreichen Künstlern zusammengearbeitet und ist aktiv in den Kollektiven bb15 und velak tätig.
Michaela Grill studierte in Wien, Glasgow und London (Goldsmith College). Diverse Film- und Videoarbeiten, Installationen und Live-Visuals seit 1999. Performances und Screenings auf 5 Kontinenten, u.a. im MOMA NY, National Gallery of Art Washington, Centre Pompidou Paris, Museo Reina Sofia Madrid, La Casa Encendida Barcelona, ICA London und vielen Kinematheken. Ihre Videos wurden auf über 200 Festivals weltweit gezeigt. Erhielt 2010 den Outstanding Artist Award des österreichischen Ministeriums für Kunst und Kultur.
Christof Kurzmann ist ein österreichischer Musiker und Elektronikkünstler, der in den 90er Jahren mit dem Duo Extended Versions bekannt wurde. Er gründete das Orchester 33 1/3 und das Label Charhizma. Kurzmann hat mit verschiedenen Künstlern aus den Bereichen Jazz, Rock und Elektronik zusammengearbeitet und tritt in Gruppen wie The Magic I.D. und El Infierno Musical auf. Sein Interesse liegt in der elektronischen Improvisation.
Mark Molnar, ein in Ottawa ansässiger Instrumentalist, spielt Streichinstrumente und Elektronik. Er ist Gründer von Black Bough Records und war Mitbegründer des Pleasure Through Sound Festivals. Molnar komponierte Musik für Theaterproduktionen und Filme und spielt in der Gruppe Kingdom Shore. Seine Kompositionen wurden auf Tourneen in Nordamerika und Europa aufgeführt.
Noid ist ein Komponist, Klangkünstler und Cellist. Seine Arbeit reicht von Solo-Cello- Stücken bis zu groß angelegten Installationen. Sein Hauptinteresse gilt der Erforschung von Raum und Klang. Noid hat mit zahlreichen Musikern wie Klaus Filip und Kazuhisa Uchihashi zusammengearbeitet. Seine Projekte wurden international aufgeführt und ausgestellt.
Sophie Trudeau: Kurz nach dem Abschluss ihrer klassischen Geigenausbildung schloss sich Sophie der genreübergreifenden Instrumental-Rockgruppe Godspeed You! Black Emperor an. Die mit dem Polaris Music Prize 2013 ausgezeichnete Gruppe ist international für die Intensität ihrer Live-Auftritte und die filmische Qualität ihrer Musik bekannt. In jüngster Zeit arbeitete sie mit der Choreografin Dana Gingras von Animals of Distinction und dem amerikanischen Filmemacher Jem Cohen zusammen. Sophie hält ihren internationalen Tourneeplan mit experimentelleren Projekten im Gleichgewicht. Die Arbeit mit bildenden Künstlern und Filmen war schon immer ein wichtiger Einfluss auf ihre Musik, und ihre Arbeit war in zahlreichen Spiel- und Experimentalfilmen zu hören.
Elizabeth Anka Vajagic, geboren in Montreal mit kroatischen Wurzeln, ist eine Sängerin und Gitarristin. Ihre Musik kombiniert Elemente von Folk, Blues und Post-Rock, getragen von ihrer markanten Stimme und Gitarre. Verglichen mit Künstlerinnen wie Patti Smith, ist Vajagics Stil einzigartig und roh. Ihr Debütalbum Stand with the Stillness of This Day erschien 2004 auf Constellation Records, einem Label der Montréaler Post-Rock-Szene.
Sara Zlanabitnig ist eine österreichische Flötistin, Improvisatorin und Klangkünstlerin mit Sitz in Wien. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf frei improvisierter und experimenteller Musik, wobei sie akustische Flöte mit Elektronik, Effektgeräten und erweiterten Spieltechniken kombiniert. In ihren Arbeiten erforscht sie fragile Klangzustände, Mehrklänge, Mikrotonalität und die physische Präsenz von Atem und Resonanz. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit ist Zlanabitnig kulturpolitisch engagiert. Sie ist Mitbegründerin der Plattform Fraufeld* zur Vernetzung von Musikerinnen in der improvisierten Musik, Mit-Organisatorin des kollektiv kuratierten Festivals Jahresendzeitschokoladenhohlkörper sowie Teil des Leitungsteams des Wiener echoraum. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Improvisation, Klangforschung und kollektiver Praxis
